
Die Welt ist kein Zufall. Die Welt ist ein Spiegel. Sie ist das sichtbare Abbild Deines inneren Zustandes.
Was Du erlebst
Was Du erlebst, Deine Umstände, Beziehungen, Möglichkeiten, Begrenzungen, ist das sichtbare Abbild Deines inneren Zustandes. Du siehst die Welt immer aus einem bestimmten Bewusstseinszustand heraus. Und dieser Zustand bestimmt, was sichtbar wird. Solange Du versuchst, die äußere Welt zu verändern, ohne Deine innere Struktur zu verändern, bleibt jede Anstrengung wirkungslos. Menschen, die helfen oder behindern, treten nicht zufällig auf. Sie erfüllen ein Gesetz, das äußere Umstände ständig mit Deinem inneren Zustand in Einklang bringt. Der entscheidende Punkt liegt in der Unterscheidung zwischen dem, was Du bist, und dem Zustand, den Du bewohnst. Dein wahres Selbst ist nicht der Zustand. Es ist das formlose Ich, das sich mit Zuständen verbindet und sie für sich hält. Dieses Ich verschmilzt mit einem Zustand und glaubt, dass es dieser Zustand ist.
Niemand kommt, außer er wird gerufen
Eine der härtesten Wahrheiten ist, dass niemand kann in Dein Leben treten kann, um Dich zu retten oder zu verletzen, wenn Du ihn nicht rufst, nicht durch bewusste Absicht, sondern durch das innere Arrangement von Überzeugungen, Erwartungen, Selbstbildern. Diese Aussage ist unbequem. Denn sie nimmt Dir jede Ausrede. Sie erlaubt keinen Schuldigen außerhalb, kein Schicksal, kein System und keine Vergangenheit, hinter der Du Dich dauerhaft verstecken kannst. Es ist einfach, einen anderen verantwortlich zu machen. Aber es ist für die meisten umso schwerer zu erkennen, dass sie selbst der Architekt ihrer eigenen Erfahrung sind. Doch genau hier beginnt die Veränderung. Es gibt es niemanden zu ändern außer Dich selbst.
Das formlose Ich
Das Ich, das hier gemeint ist, hat kein Gesicht, keine Form, keine Geschichte. Es nimmt Gestalt an durch alles, dem es zustimmt, was es glaubt und was es für selbstverständlich hält. Die meisten wissen nicht, was sie wirklich glauben. Vielleicht gilt das auch für Dich. Du kennst Deine bewussten Meinungen, aber möglicherweise nicht die stillen Annahmen, die tief darunter liegen. Vorurteile, Ängste, Schuldgefühle, Minderwertigkeit, all das formt das Ich zu einer inneren Struktur. Und diese Struktur wird als Welt erlebt. Die Art, wie Du die Welt beschreibst, ist immer ein Geständnis über Dich selbst. Jede Bewertung, jede Klage, jede Verurteilung offenbart Deinen inneren Zustand, aus dem heraus Du die Welt siehst. Wenn Du Dir dessen bewusst wirst, hörst Du weniger auf das Gesagte und schaust um so mehr auf das Selbstbild, das sich darin zeigt.
Unkritische Selbstbeobachtung
Veränderung beginnt für Dich nicht mit positiven Gedanken und Gefühlen, sondern mit Ehrlichkeit. Mit einer unkritischen Beobachtung Deiner eigenen Reaktionen, nicht um Dich zu verurteilen, sondern um Dich zu sehen und zu verstehen. Dieses Sehen ist oft erschütternd. Denn das entdeckte Selbst entspricht selten dem Bild, das unter Umständen von Dir hast. Das Ich, das Du verteidigst, entschuldigst und rechtfertigst, erscheint plötzlich klein, ängstlich, neidisch, hart oder selbstgerecht. Doch hier liegt für Dich der Wendepunkt. Denn nur was Du akzeptierst, kann verwandelt werden. Solange Du Dich selbst idealisierst oder verleugnest, bleibt alles beim Alten. Die Annahme Deines gegenwärtigen Selbst ist kein Endpunkt. Sie ist der Anfang. Erst wenn dieses Selbst gesehen und akzeptiert ist, geschieht Veränderung.
Der wahre Feind
Es ist leicht, Tugenden nach außen zu leben, freundlich zu sein, zu teilen, zu helfen. Schwerer ist es, den größten Bedürftigen zu erkennen, Dein eigene Selbst. Der Hungrige, der Bekleidete, der Obdachlose, all das beginnt im Inneren. Der wahre Feind ist nicht der andere, sondern das unbewusste Ich in Dir, das sich selbst begrenzt und diese Begrenzung im Außen bestätigt sieht. Solange Du glaubst, durch Herkunft, Vergangenheit, Körper, Akzent oder Umstände definiert zu sein, bleibst Du an einen Zustand gebunden. Nicht, weil es objektiv so ist, sondern weil Dein Ich diesen Zustand bewohnt.
Zustände sind wählbar
Es gibt unendlich viele Zustände: Erfolg, Mangel, Freiheit, Abhängigkeit, Würde, Schuld, Gesundheit, Fülle, usw. Das Ich ist keiner dieser Zustände. Aber es erlebt sich als das, womit es verschmilzt. Ein Zustand wird nicht durch einen Moment der Begeisterung verändert, auch nicht durch eine kurzfristige Stimmungsaufhellung. Eine echte Veränderung zeigt sich daran, dass ein neuer Zustand stabil wird, natürlich und selbstverständlich. Sobald ein Zustand nicht mehr verteidigt werden muss, sondern einfach ist, beginnt er, sich im Außen zu zeigen. Die Welt reagiert nicht auf Wünsche, sondern auf Identifikation.
Natürlichkeit als Maßstab
Der Maßstab für echte Veränderung ist für Dich nicht Hoffnung, sondern Natürlichkeit. Wie lange es dauert, ist individuell. Für manche ist es ein Moment. Für andere Jahre. Doch das Gesetz ist einfach. Ein Gefühl, das lange genug aufrechterhalten wird, wird zur Selbstverständlichkeit. Und was selbstverständlich wird, beginnt sich auszudrücken. Nicht durch Anstrengung, sondern durch Entfaltung. Menschen erscheinen, Möglichkeiten öffnen sich, Umstände ordnen sich neu. Nicht, weil Du sie manipuliert, sondern weil sich Deine innere Beziehung zur Welt verändert hat.
Alle Dinge sind bereits
Nichts muss erst erschaffen werden. Alles existiert bereits als Zustand. Die Welt ist kein offenes Projekt, sondern ein fertiges Ganzes, das sich entfaltet. Wenn Du einen Zustand wählst und ihn bewohnst, scheinst Du zu werden, doch in Wahrheit betritst Du etwas, das vollständig ist. Jeder Zustand trägt seine Konsequenzen bereits in sich. Veränderung bedeutet also nicht, etwas zu erzwingen, sondern etwas zu wählen.
Deine Reaktion zeigt den Zustand
Ob sich Dein Ich verändert hat, zeigt sich nicht an Worten, sondern an Deinen Reaktionen. Reaktionen sind automatisch. Sie verraten den wahren Aufenthaltsort Deines Bewusstseins. Wenn alte Reaktionen auftauchen, ist Dein alter Zustand noch aktiv. Wenn neue Reaktionen selbstverständlich werden, ist Dein neuer Zustand stabil. Eine echte Transformation liegt erst vor, wenn Dein neuer Zustand so zentral geworden ist, dass er keine Rivalen mehr duldet.
Hunger nach Veränderung
Veränderung geschieht nicht aus Höflichkeit, nicht aus moralischer Pflicht, sondern aus Hunger. Wer zufrieden ist mit dem, was er ist, beginnt nicht. Die erste Seligpreisung gilt nicht den Selbstgefälligen, sondern den Armen im Geiste, denen, die innerlich unzufrieden sind. Unzufriedenheit ist kein Fehler. Sie ist ein Ruf, ein Zeichen dafür, dass das Ich bereit ist, sich selbst zu überschreiten. Du scheiterst nicht, weil das Gesetz nicht wirkt, sondern weil Du Dich nicht genug in Deinen neuen Zustand verliebst. Es fehlt nicht an Technik, sondern an Intensität.
Das einzige Betätigungsfeld
Der einzige Ort, an dem Veränderung möglich ist, liegt in Dir selbst, nicht bei anderen, nicht in der Welt. An dem Tag, an dem sich Dein Ich verändert, verändert sich die Welt, nicht irgendwann, nicht symbolisch, sondern konkret. Niemand kommt, außer er wird gerufen. Und was gerufen wird, spiegelt immer den Zustand dessen wider, der ruft. Die Veränderung des Ich-Gefühls ist kein Konzept. Sie ist eine Entscheidung. Eine stille, radikale Wahl, anders zu sein und darin zu bleiben, bis es natürlich ist.
Dieser Artikel ist an einen Vortrag von Neville Goddard aus dem Jahre 1953 angelehnt. Englischer Artikel

