
Machst Du Dir selbst was vor?
“Ich mache mir doch nur selbst was vor.” – Warum Affirmationen & Visualisierungen sich oft wie Selbstbetrug anfühlen.
Die meisten Menschen kennen dieses fiese Gefühl, sich mit Affirmationen oder Visualisierungen nur selbst etwas vorzumachen. Oft fühlen sie sich bereits während der Anwendung der Affirmation so, spätestens aber in der Regel danach, sobald sie wieder in den Alltag einsteigen.
Was passiert da eigentlich in ihnen? Tatsächlich passiert ein innerer Konflikt in ihnen, bei dem ihre Affirmation oder Visualisierung auf eine tiefe, unbewusste emotionale Wahrheit trifft, die damit in starkem Widerspruch steht. Während ihr bewusstes Denken “Ich bin erfolgreich” sagt, fühlen sie nur ein emotionales Äquivalent von “Niemals”.
Neville Goddard würde sagen, die Vorstellung davon, wer sie sein wollen, trifft auf die bestehende Annahme davon, wer sie sind und sein können. Das ist die Natur ihrer emotionalen Wahrheiten. Es sind grundlegende Annahmen über sie und das Leben, die im limbischen System des Gehirns gespeichert sind. Sie geben klare Grenzen vor, wie sie sein müssen und sie wir auf keinen Fall sein dürfen. Doch die emotionalen Wahrheiten des limbischen Systems stehen in ihrem Normalzustand nicht zur Debatte.
Wenn Du z.B. unbewusst glaubst, dass Erfolg bedeutet, keine Aufmerksamkeit mehr zu bekommen, weil in Deiner Familie immer nur diejenigen Aufmerksamkeit bekamen, denen es schlecht ging, dann führt ein Satz wie “ich bin erfolgreich” zu einem augenblicklichen Alarm. Du versuchst zu sein, wie Du auf keinen Fall sein darfst. Das spürst Du in diesem Moment in Deinem Körper. Der Kopf sagt zwar “ich bin erfolgreich”, aber im Körper spürst Du das pure Gegenteil. Diese starke Gefühlsreaktion ist Deine emotionale Wahrheit, die mit aller Autorität klarstellt, was wirklich Sache ist: “Du schaffst nichts und wirst nie etwas schaffen”.
Wie kannst Du das verändern?
Das geht tiefer, als Du es Dir bisher wahrscheinlich gedacht hast. Es geht nicht einfach darum, sich schöne Dinge zu erschaffen, sondern um eine echte Veränderung Deiner Identität, genau das, was Neville Goddard gesagt hat. Er fordert dazu auf, nicht Wünsche zu projizieren, sondern Identitäten zu wechseln.
Dein Gehirn hat die Fähigkeit, alles Gelernte auch wieder zu verlernen. Dazu gehören alle Deine emotionalen Wahrheiten. Damit Du etwas verlernst und neu lernst, zum Beispiel die Bedeutung von Erfolg, musst Du Dich zuerst wieder daran erinnern, was die alte Lektion, die alte Erfahrung war. Solange diese im Unbewussten ist, ist sie einfach nur Wirklichkeit, ohne Möglichkeit auf ein Update.
Erfolgreiche Transformation beginnt mit dem Bewusstwerden Deiner alten Lernschemata, Deiner alten Erfahrungen, die Deinen gewünschten Veränderungen im Weg stehen bzw. darin eine grosse Gefahr sehen. Erst wenn Dir diese Schemata wieder im Bewusstsein und als aktives Gefühl im Körper bewusst sind, kannst Du sie in Frage stellen. Nur was dem Gehirn bewusst ist, kann neu betrachtet werden.
Das Großartige ist, dieser Prozess ist weder langwierig, noch schwer zugänglich. Denn Dein Gefühl des Selbstbetrugs und des Widerstands gegen die Affirmation oder Visualisierung ist bereits die alte emotionale Wahrheit, bzw. Annahme, die sich zeigt. Jetzt geht es darum, dieses Gefühl nicht zu bekämpfen, sondern mit Neugier darauf zuzugehen.
Was macht Dir Angst, das zu glauben, z.B. “ich bin erfolgreich”?
Was bräuchtest Du, um das glauben zu können?
Was fürchtest Du, würde passieren, wenn Du wirklich glauben würdest, dass Du erfolgreich bist?
Dies sind Beispielfragen, die Dich dazu einladen, nicht mehr gegen Deine bisherige emotionale Wahrheit anzugehen, sondern den Schritt auf sie zuzugehen. Sie ist nämlich nicht gegen Dich, sondern für Dich, aber ihre Version der Realität entspricht wahrscheinlich nicht mehr Deinen heutigen Kapazitäten.
Gefunden bei Ugi Müller









